Nun wird es doch eher ein Résumé als ein konstant gefütterter Blog… Aber ich freue mich, wenigstens ein bisschen zu teilen, was ich bis jetzt erlebt habe. Vielleicht schaffe ich es ja, aufzuholen 🙂
Amritsar
Am 30. September bin ich nun also über Delhi nach Amritsar geflogen.

Amritsar ist die zweitgrösste Stadt im westindischen Staat Punjab. Der Punjab ist die Wiege des Sikhismus, hier befinden sich die heiligsten Stätten, wie zum Beispiel der Sri Harmandir Sahib, der Goldene Tempel, der heiligste Tempel im Sikhismus. Im 16 Jh. legte Guru Ram Das den Grundstein für diesen geschichtsträchtigen Tempel, in dem das Original des Sri Guru Granth Sahib, die wie ein ewig lebender Guru verehrte heilige Schrift der Sikhs, aufbewahrt wird. Der mit 24-Karat Gold verkleidete Tempel ist umgeben von einem kleinen See, in dem sich die Sikhs baden, bevor sie den Tempel betreten. Seine vier offenen Seiten stehen für die Offenheit für alle Menschen und Religionen. Er ist Tag und Nacht geöffnet und nachts eindrücklich beleuchtet.
Der Besuch des Goldenen Tempels ist wirklich ein besonderes Erlebnis. Die Energie ist magisch, bevor ich mich ins Gewühl gewagt habe, man muss da schon gut eine Stunde anstehen, habe ich mich erst einmal hingesetzt und den Tempel auf mich wirken lassen. Zu der Zeit musste ich mich aber noch etwas einleben. Ich brauche immer sehr lange, bis ich mich an einem Ort wohlfühle. Ich bin nur zwei Nächte geblieben, da ich unbedingt meine Osho-Meditationen beginnen wollte, für die ich Raum und vor allem einen Ort brauche, an dem ich auch laut sein darf.

Nebst den Kühen, die überall rumstehen und rumliegen, begegnet man manchmal auch einem Umzug. Dann steht die ganze Strasse still. Hier ein kleiner Umzug, manchmal sind sie grösser.
Die Stadt ist sehr dreckig, überall liegen Abfallberge. Die Kühe hier auf der Strasse essen oft Essensreste in Plastiksäcken und sterben unter grossen Schmerzen. Das stimmt mich sehr nachdenklich und traurig. Fotos von den dreckigen Strassen und herumliegenden Kühen gibt es daher keine.

Dafür gibt es auch schöne Plätze in Amritsar. Hier noch ein Foto, bevor es dann mit den Erzählungen weitergeht…
Der Weg nach Dharamshala
Di
e Fahrt nach Dharamshala hat gut fünf Stunden gedauert. Nicht, weil es so weit wäre, früher waren das knapp drei, sondern weil ein Highway gebaut wird und wir somit mit grossen Baustellen und Umfahrungen konfrontiert waren.
Für den Highway, der etwa fünfmal so breit ist wie die bisherige Strasse, werden die Häuser einfach entzweit. Die Menschen leben oft in halben Häusern, in Häusern mit halben Zimmern, ohne Eingang. Mir wurde gesagt, dass der Staat den Menschen hohe Summen dafür zahle. Trotzdem sieht das alles sehr traurig aus.
Dharmshala
In Dharamshala hatte ich eine wunderbare Unterkunft bei The Ballu, am Rande der Stadt, ganz in der Natur, mit der im Grunde wunderbaren Möglichkeit, meine Meditationen draussen zu machen. Da der Monsun dieses Jahr aber ziemlich spät war, hat es anfangs oft geregnet, manchmal in Strömen und ohne Ende. Bei max. 16 Grad war dies dann doch ziemlich kalt. Also musste ich meine Meditationen im Zimmer machen, was etwas mehr Disziplin verlangt. Aber ich habe es geschafft. Morgens eine Stunde Osho Dynamics Meditation, nachmittags eine Stunde Osho Kundalini Meditation. Die Klarheit, Wachheit, Lebensfreude und Selbstliebe, die dadurch entstehen, ist unbeschreiblich. Immer wieder tauchen alte Themen auf, die man wunderbar transformieren und loslassen kann. Dynamic Meditation ist anfangs hart, körperlich wie auch emotional. Aber es lohnt sich. Zusammen mit der Kundalini Meditation am Nachmittag und durchgeführt ohne Pause für 21 Tage ist es die ideale Kombination für das Erwecken aller Chakren. Einfach unbeschreiblich lebendig.
Nun habe ich meine Spinnenphobie endgültig begraben! Mit solch grossen Spinnen habe ich noch nie das Bad geschweige denn beinahe das Bett geteilt. Aber sie waren überall, konnten durch das Dach ins Zimmer rein und raus… da blieb mir keine Wahl. Eine ist sogar im Koffer mitgereist zum nächsten Ort, obwohl ich dachte, ich hätte alle rausgeschmissen.
Dank meinem Gastgeber und Freund hatte ich Anfang Oktober die Gelegenheit, an einer Rede des Dalai Lama teilzunehmen. Es war nur eine kurze Rede, da seine Hoheit erkältet war, die Stimmung war jedoch sehr eindrücklich, voll mit buddhistischen Mönchen und Bhikkhuni (Nonnen) und nur wenig Gästen.
Nun aber zu meinem Sadhana: Tägliches Meditieren, Osho-Meditationen und reflektiertes Arbeiten für meine spirituelle Entwicklung.
Die meisten Osho-Meditationen sollte man für mind. 21 Tage ohne Pause durchführen. Dies fordert anfangs ziemlich viel Disziplin, da man sich eine gute Stunde Zeit nehmen muss. Osho Dynamics und Kundalini zusammen auszuführen, ermöglicht zudem eine noch tiefergehende Erfahrung.

